Januar
Granat
Granat ist eigentlich eine Mineralgruppe, die aus verschiedenen Vertretern besteht. Alle Granate besitzen ausnahmslos dieselbe Struktur, sie gehören dem kubischen Kristallsystem an. Auch ihre Entstehung ist sehr ähnlich, sie bilden sich überwiegend bei der Entstehung kristalliner Schiefer.
Mythologie
Der Granat entspricht dem mittelalterlichen Karfunkel. Er ist jener Stein, von welchem die Sage erzählt, dass er im Dunkeln leuchtet. Dies wurde jedoch durchaus schon im Mittelalter im geistigen Sinne verstanden: Der Karfunkel, der die verdunkelte Seele erhellt und Licht und Hoffnung bringt, wo der (Lebens-)Pfad ohne Ausweg erscheint. Er galt als Stein des Helden, der sich schweren Aufgaben und Prüfungen stellen muss, um seinen Mut zu beweisen. Das zeigt sich auch darin, dass der rohe Granat oft sehr unscheinbar wirkt, und erst poliert und geschliffen seine verborgene innere Farbe und sein Feuer ans Licht bringt. Entsprechend wurden die Schwierigkeiten des Lebens als geistiger "Schleifprozess" betrachtet, der den Charakter veredelt. Die Krieger des Mittelalters ließen Granate in Schild und Schwertknauf arbeiten, um gegen Verwundung geschützt zu sein, und Granat-Amulette sollten Glück, Reichtum und Segen bringen.
Februar
Amethyst
zählt zu den Kristallquarzen, jenen Vertretern der Quarz-Gruppe, die große, mit bloßem Auge sichtbare Kristalle ausbilden. Seine Farbe erhält er hauptsächlich durch Spuren von Eisen.
Mythologie
Der Name des Amethyst stammt aus Griechenland und bedeutet "unberauscht". Schon in der Antike war seine ernüchternde, klärende Wirkung bekannt und der Stein selbst aus diesem Grund sehr geschätzt. Im Mittelalter klassifizierte Konrad von Megenberg den Amethyst recht treffend als Mineral, das "den Menschen wacker macht, die bösen Gedanken vertreibt, gute Vernunft bringt und mild und sanft macht."
März
Aquamarin
Aquamarin zählt zur Beryll-Familie. Seine blaugrüne bis blaue Farbe erhält er durch Spuren von Eisen.
Mythologie
Der Name Aquamarin bezieht sich auf seine Farbe - lat./ital. "aqua marina" = "Meerwasser". Alte Legenden berichten über ihn, dass er durch Farbveränderung wahr und falsch, sowie Freund und Feind unterscheiden lehrt. Der Überlieferung nach bringt er Wohlbefinden, gutes Gedächtnis und Hellsichtigkeit.
April
Diamant
Diamant entsteht aus Kohlenstoff, in ca. 150-200 km Tiefe, bei einem Druck von rund 40000 Atmosphären und bei mehr als 2000° Hitze. Aufgrund seiner stofflichen Reinheit - reiner Kohlenstoff - kann Diamant absolut klar werden. Er besitzt eine sehr hohe Lichtbrechung - sein "Feuer" - und ist mit Abstand das härteste Mineral.
Mythologie
Der Name "Diamant" leitet sich ab von griech. "adamas" = "unbezwingbar". Und eben dieses Thema zieht sich durch die gesamte Mythologie des Diamants. In vielen Kulturen wurde Diamant der Venus zugeordnet. Er galt als Befreier von dämonischen Einflüssen und repräsentierte Gerechtigkeit und Tugendhaftigkeit.
Im Mittelalter symbolisierte er Stärke, Mut und Unverwundbarkeit.
Mai
Smaragd
Smaragd entsteht in der Kontaktzone zwischen beryllium- und chromhaltigen Gesteinen.
Mythologie
Smaragd war in den alten Kulturen Europas und Indiens dem Merkur, dem Götterboten und Gott der Wege, des Schlafs und des Traums zugeordnet. und galt daher als Stein für göttliche Eingebungen. In der Antike war er als Augenheilmittel in Gebrauch.
Juni
Mondstein
Mondstein ist ein Kali-Feldspat, an dessen innerer Lamellenstruktur sich das Licht bricht, was beim geschliffenen Stein zu einem weißen bis bläulichen, wogenden Lichtschimmer führt.
Mythologie
Wie der Name schon sagt, wird der Mondstein dem Mond zugeordnet und gilt damit traditionell als Herzens- und Fruchtbarkeitsstein. Er wurde sowohl in Fernost, dem Orient, als auch in Europa als Glückstein und für Liebeszauber verwendet.
Juli
Rubin
Rubin gehört zur Korund-Familie und erhält seine rote Farbe durch Einlagerung von Chrom.
Mythologie
Rubin (lat. "rubeus" = "rot") galt in den alten Kulturen Europas und Indiens übereinstimmend als Stein der Sonne. Er repräsentierte die Lebenskraft, das innere Feuer, Liebe und Leidenschaft
August
Peridot
Peridot entsteht primär in Tiefengesteinen aus ultrabasischem Magma, er wird häufig durch aufsteigendes Magma mitgerissen und bei Vulkanausbrüchen ausgeschleudert . Als sog. "Olivin-Bombe" findet er sich dann eingebettet in Vulkangestein.
Mythologie
Peridot wurde schon im 2. Jahrhundert vor Christus in Ägypten als Schmuck- und Heilstein verwendet. In alten Schriften wird er oft als Topas bezeichnet, so z.B. im alten Testamt: Der "Topas" aus dem Brustschild des Hohenpriesters ist vermutlich ein Peridot. Im Mittelalter wurde er zur Abwehr böser Geister und für Weisheit und Freundschaft verwendet.
September
Saphir
Saphir/Padbaradscha gehört zur Korund-Familie und erhält seine Farbe durch Eisen und Titan. Durch orientiert eingelagerte Rutil-Nädelchen kann ein sechsstrahliger Stern entstehen - der sog. Sternsaphir. Sehr selten ist der orangefarbene Saphir, der sogenannte "Padbaradscha", was so viel bedeutet wie Lotosblüte. Saphire werden darüberhinaus in den unterschiedlichsten Farben gefunden - rosa, gelb, violett, grün bis braun.
Mythologie
Saphir (von Sanskrit "sani" = "Saturn") galt in den alten Kulturen Europas und Indiens als Stein des Saturns. Er repräsentiert den Himmel, die Engelswelten, Magie, Treue und Freundschaft.
Oktober
Turmalin
Turmalin bildet frei aufgewachsene, große und vielfarbige Kristalle. Beim Turmalin geben sich vor allem die Metalle ein "buntes Stelldichein" und sorgen so für die vielfältige Farbenpracht des Turmalins.
Mythologie
Turmalin war wohl bereits in der Antike bekannt, wurde jedoch je nach Farbe immer mit anderen Edelsteinen gleichgesetzt. Erst im 17. Jahrhundert erscheint er als "Ein Symbol der Weisheit, die klar ist und allem Unbill des Schicksals widersteht..." (Bernardus Caesius). Nach arabischer Überlieferung ist Turmalin ein Stein der Sonne, der das Herz stärkt und vor Alpträumen schützt.
November
Topas
Blauer Edeltopas erhält durch Eisen seine blaue Färbung.
Mythologie
Topas galt in den alten Kulturen Europas und Indiens übereinstimmend als Stein des Jupiter. Er repräsentiert Herrschaft über das eigene Leben, die Selbstverwirklichung und Weisheit. In Mexiko wurde er zur Wahrheitsfindung in Streitfällen benutzt.
Dezember
Türkis
Türkis entsteht, wenn kupferhaltige Lösungen auf aluminiumphosphatreiche Gesteine einwirken.
Mythologie
Türkis hat seinen Namen von der Türkei, wo europäische Kreuzfahrer erstmals mit dem Stein in Berührung kamen. Türkis war in vielen Kulturen ein Schutzstein gegen Schadenszauber und wurde als Amulett für Kraft, Gesundheit und Lebensfreude getragen. Der Überlieferung nach sollte der Türkis seinen Träger durch Farbveränderungen vor drohender Gefahr warnen.









